Leben und Hinrichtung des Mathias Weber, genannt Fetzer (Neuaufl. 2013, Nachdruck von 1803)


Leben und Hinrichtung des Mathias Weber, genannt Fetzer (Neuaufl. 2013, Nachdruck von 1803)

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Kommentierter Nachdruck der spannenden Lebensgeschichte des rheinischen Räuberhauptmanns Mathias Weber, genannt Fetzer (1778-1803), die erstmals 1803 von dem Kölner Staatsanwalt Keil und seinem Mitarbeiter Diepenbach herausgegeben wurde.

- NEU erschienen 2013

- 106 Seiten

- Buchrückentext:

„Mein Ruhm zog meinen Untergang nach sich“, äußerte sich Mathias Weber, genannt Fetzer, kurz vor seiner Hinrichtung in Köln am 17. Februar 1803.

Als sein Kopf unter der Guillotine fiel, waren die Rheingegenden in den unruhigen Zeiten der Französischen Revolution und Napoleon Bonapartes um einen ihrer berüchtigsten Verbrecher ärmer geworden. Staatsanwalt Anton Keil, Kopfjäger und Geheimagent im Dienste Frankreichs, unermüdlich im persönlichen Einsatz gegen das organisierte Verbrechen, verzeichnete einen seiner größten Erfolge im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Die Zeit der Räuberbanden am Rhein, die seit dem Kriegsbeginn 1792 eine ungeahnte Bedrohung entfaltet hatten, näherte sich mit Fetzers Tod einem Ende. Schinderhannes sah in seinem Mainzer Gefängnis seiner Hinrichtung entgegen. Picard, genannt König der Mitternacht, einer der bedeutendsten Köpfe der rheinischen Mafia, hatte nur noch wenige Monate in Freiheit zu erwarten. Zahlreiche andere Verbrecher waren bereits in die Hände der Justiz gefallen.

Fetzer, Schinderhannes oder Picard waren entgegen der heute landläufigen Meinung keine schillernden Räuberhauptmänner, keine Robin Hoods, die nur die Reichen bestahlen und den Armen gaben. Sie hatten vor allem ihren eigenen Vorteil vor Augen. Fetzer bot sich auch nie als Romanheld im Stile eines Karl Mohr oder Rinaldo Rinaldini an: Eher schmächtig von Gestalt, niemals auffällig durch seine Kleidung, kein Frauenheld – die Merkmale, die einen Schinderhannes ausmachten, fehlten ihm. Obwohl die heute nachweisbaren 130 Straftaten des Schinderhannes – Raubüberfälle, räuberische Erpressungen, Diebstähle und die Beteiligung an fünf Morden – jede Größenvorstellung sprengen, so konnte Fetzer diese Zahl noch übertreffen: „181 vollendete und 122 mißlungene“ Straftaten verzeichnete Keil zum Zeitpunkt von Fetzers Hinrichtung, dem mehrere tausend Zuschauer beiwohnten. So galten die letzten Worte Fetzers seinem Publikum: „Ich habe den Tod verdient, meine Freunde, hundert Tode für einen. Ihr, die ihr auf bösem Wege seyd, spiegelt euch an meinem Ende ! Junge Leute ! flieht, flieht die Hurenhäuser. Eltern ! erzieht eure Kinder in Religion. Denkt an Gott. Möchte mein Blut das Letzte seyn, das so vergossen wird.“

Die hier dargestellte Lebensgeschichte des Mathias Weber ist ein kommentierter Nachdruck der Veröffentlichung von 1803, zusammengefaßt aus den Akten des Kölner Staatsanwalts Keil. Sie wendet sich nicht nur an den interessierten Geschichtsfreund, sondern auch an die Forschung.

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