Die Mainzer Patrioten in den Jahren 1793-1798


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Die Mainzer Patrioten in den Jahren 1793-1798

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EInschließung und Kapitulation von Mainz - Haft der "Patrioten" in Königstein (Taunus), Ehrenbreitstein und Erfurt - Neuanfang und berufliches Auskommen

 

Autor: Dr. Karl-Georg Bockenheimer. Vorwort und Zeitleiste: Dr. Dr. Mark Scheibe.

- 114 Seiten, 3 Abbildungen.

 - ISBN: 978-3-9817831-5-5

- Buchrückentext:

1792. Seit drei Jahren schon beunruhigten die Ereignisse der Französischen Revolution die Nachbarstaaten. Als die Regierung in Paris beschloß, die Grenzen Frankreichs präventiv auf deutscher Seite zu verteidigen, gelang es General Custine ab Ende September innerhalb kurzer Zeit die Rheinpfalz, Rheinhessen und das Rhein-Main-Gebiet unter seine Kontrolle zu bringen. Der ihm mitgegebene Leitsatz „Frieden den Hütten, Krieg den Palästen“ diente dabei als Maxime, die Deutschen zur Abkehr vom Feudalstaat zu gewinnen, denn Frankreich selbst hatte sich gerade zur Republik erklärt.

Doch die Unterstützung im Volk wurde von Woche zu Woche geringer, zumal preußisch-hessische Truppen Erfolge gegen Custines Soldaten verzeichneten. Die „Mainzer Patrioten“ – so von Bockenheimer in diesem Büchlein tituliert – versuchten nun den demokratischen Gedanken von freien Wahlen mit Zwangseiden und Zwangswahlen gegen den Widerstand der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. Tatsächlich konnte sich zwar am 17. März 1793 für wenige Tage das erste deutsche Parlament, der „Rheinisch-Deutsche-Nationalkonvent“, umgangssprachlich als Mainzer Republik bekannt, konstituieren. Als es aber kurz darauf im Juli des Jahres zur Wiedereinnahme von Mainz durch deutsches Militär kam, richtete sich die aufgestaute Wut der Mitbürger auch handgreiflich gegen die „Patrioten“. Viele von ihnen wurden in die Gefängnisse von Königstein (Taunus), Ehrenbreitstein und Erfurt verbracht, die letzten unter ihnen erhielten erst nach drei Jahren ihre Freiheit zurück, um dann ihr Exil in Frankreich zu suchen. Nachdem die linksrheinischen Gebiete Ende 1797 wieder unter französische Verwaltung gelangt waren, die bis zum Ende von Napoleons Herrschaft 1814/15 dauern sollte, eröffnete sich auch ihnen wieder ein beruflicher Neuanfang in der Heimat. Doch die einstigen Aktivisten, „welche einst dem Volke den Tyrannenhaß gepredigt hatten, bequemten sich in die neuen Rollen als Untertanen, und ihr einstiger republikanischer Eifer hatte ein Ende, als sie die gehorsamsten Diener der rücksichtslosesten Militärwirtschaft Napoleons wurden und selbst im Stande waren, mit der Rückkehr der alten Landesherren ihre Vorliebe für Franzosenthum abzulegen“.

Der wohl bekannteste Mainzer Geschichtsforscher, Dr. Karl Georg Bockenheimer, hatte sich mit diesem 1873 erschienenen Büchlein der Erforschung dieser Jahrzehnte über totgeschwiegenen Aktivisten angenommen.
Ihre spannende Geschichte ist vor dem Hintergrund der vielfach beschworenen Krise der Demokratie aktueller als nie zuvor.
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